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Thema des Monats May 2021: Tinnitus - wie Ohrgeräusche entstehen und was man dagegen tun kann

Tinnitus - wie Ohrgeräusche entstehen und was man dagegen tun kann

Mit Mitte 30 bemerkte er immer häufiger einen seltsamen konstanten Pfeifton. Das ist jetzt fünf Jahre her, und mittlerweile quält ihn das Summen im Ohr fast ständig, besonders nachts beim Einschlafen. Um zur Ruhe zu kommen, hilft nur Musik.

Es klingt zunächst paradox, doch besonders dann, wenn die Betroffenen zur Ruhe kommen, stört der Tinnitus. Unter „Tinnitus“ versteht man Geräusche, die wahrgenommen werden ohne, dass es einen physikalischen Auslöser, also äußere Schallursachen, gibt. Meist berichten die Betroffenen von hohen 

Surrgeräuschen oder einem unangenehmen „Klingeln“ im Ohr. Tatsächlich leitet sich der Begriff „Tinnitus“ auch davon ab: im Lateinischen bezeichnet „tinniere“ „klingeln“. 

Mann hört Musik

Woher das „Ohrensausen“ kommt, konnte auf neuronaler Ebene noch nicht komplett geklärt werden. Offenbar wird das komplexe Zusammenspiel von Ohren und Gehirn gestört. Wenn wir etwas Hören, dann, weil Schallwellen der Luft über unsere Ohrmuschel bis zum Trommelfell gelangen. Dort werden die Luftschwingungen über die drei Gehörknöchelchen an die Ohrschnecke übertragen. Man spricht auch von „Impedanzanpassung“. Denn der Schalldruck der Luft wird in Bewegungen einer Flüssigkeit übertragen. Diese Flüssigkeit befindet sich in der Cochlea, der Schnecke. Dort wiederum befinden sich feine Haarzellen, die Rezeptoren unserer Ohren. Kommen Sie in Bewegung, verbiegen sich, leiten sie elektrische Impulse an das Gehirn weiter, und wir nehmen Geräusche wahr.

Je nachdem, wie intensiv die Haarzellen durch Wellen in der Flüssigkeit aktiviert werden, wie viele von ihnen und in welcher Region der Cochlea, hören wir unterschiedliche Frequenzen und Lautstärken. Die Chochlea heißt übrigens „Ohrschnecke“, weil sie von ihrem Aufbau her einer Schnecke gleicht. Die Haarzellen sind in ihr angeordnet wie in den Windungen eines Schneckenhauses.

Durch wiederholte zu intensive Reizung, wenn man also dauerhaft Lärm ausgesetzt ist, kann es zum Absterben der Haarzellen kommen, man wird schwerhörig. Auch mit dem Alter wird die Hörleistung typischerweise schlechter. Ältere Menschen können besonders hohe Frequenzen nicht mehr so gut wahrnehmen.

Neben dem Verschleiß der Haarzellen können aber auch andere Ursachen das Hörvermögen beeinträchtigen. Stress zum Beispiel kann sich negativ auswirken und gilt auch als ein Auslöser für Tinnitus. Manchmals spielen die Ohren nur kurz etwas verrückt, ein hohes Pfeifen haben die meisten schonmal gehört, also einen kleinen und kurzen Tinnitus gehabt, zum Beispiel nach einer lauten Party. Bei einigen Betroffenen verselbstständigt sich die Symptomatik aber und häft wochen- oder sogar monatelang an. Spätestens dann wird das Ohrensausen emotional belastend.

Wird man längere Zeit von Ohrgeräuschen geplagt, sollte man einen HNO-Arzt aufsuchen. Er kann prüfen, ob eine körperliche Ursache vorliegt.

Bei Ohrensausen, dass mehrere Monate lang anhält, spricht man nicht mehr von einer akuten Störung, sondern von einem chronischen Tinnitus. Manchmal kann ein konkreter Auslöser für den Tinnitus im Rahmen einer ausführlicheren Anamnese ermittelt werden. Oft bleibt die genaue Ursache aber unklar. Außerdem gibt es immer wieder seltsame Fälle, bei denen der Tinnitus nach Monaten oder Jahren plötzlich von alleine wieder verschwindet. Findet sich keine konkrete körperliche Ursache; man spricht dann  von einem „idiopathischen“ Tinnitus.

Generell kann Tinnitus beidseitig auftreten oder nur auf einem Ohr beschränkt sein. Viele Betroffene schildern, hohe Pfeiftöne oder anhaltendes Summen wahrzunehmen, seltener wird von Klopf- oder Brummgeräuschen berichtet. Wie stark die Lebensqualität durch den Tinnitus beeinträchtigt wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Man unterscheidet generell vier verschiedene Belastungsgrade von 1 (keine Belastung) bis 4 (sehr schwergradig). Ob und wie ein Tinnitus behandelt wird, entscheidet sich im Wesentlichen nach dem wahrgenommenen Schweregrad. Für viele ist das Ziepen, Rauschen und Sirren nur schwer zu ertragen.

Schätzungen nach leiden etwa fünf bis 15 Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens an einem Tinnitus. Kurzfristige Auslöser sind oft Erkrankungen im Bereich der Ohren. Auch Fehlstellungen der Kieferknochen können das Ohrensausen begünstigen wie auch Bruxismus, also nächtliches Zähneknirschen oder Verspannungen der Halswirbelsäule. In diesem Fällen werden die Nervenverbindungen vom Ohr zum Gehirn gestört, man spricht von „somatosensorischem“ Tinnitus. Von den Ohren läuft auf jeder Seite des Kopfes der Hörnerv in die so genannte „primäre Hörrinde“, dabei kreuzen sich die Hörbahnen quasi in der Mitte des Kopfes, so dass Signale aus dem linken Ohr in der rechten primären Hörrinde verarbeitet werden können und vice versa. Die primäre Hörrinde befindet sich links und rechts lateral im Gehirn, etwa auf Ebene etwas oberhalb der Ohren im Inneren des Schädels.

Ohrenschmalz, der Druck auf das Ohr ausübt, Nasennebenhöhlenentzündungen oder auch andere Erkrankungen wie in selteneren Fällen Diabetes, können zu Ohrgeräuschen führen. Nicht immer ist es möglich, den Tinnitus direkt zu behandeln und aufzuheben. In diesen Fällen müssen die Betroffenen lernen, mit dem Tinnitus zu leben und zu versuchen, ihn zu ignorieren. Dass kann zum Beispiel durch Maskieren gelingen, also wenn man andere Geräusche einsetzt, um das innere Surren und Pfeifen zu überlagern. Deswegen hören einige Betroffene Musik, wenn sie einschlafen wollen. Auch so genannte „Noiser“ können helfen. Hierbei handelt es sich um spezielle Hörgeräte, die die Umgebungsgeräusche hervorheben, so dass der Tinnitus überlagert wird. Denn besonders bei Ruhe macht sich der Tinnitus schnell unangenehm bemerkbar, ist dann im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu „überhören“. Eine weitere Möglichkeit zur Linderung stellt Psychotherapie, genauer gesagt Verhaltenstherapie, dar.

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