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Warum Corona Menschen einsam macht oder: der Mensch als soziales Wesen

Auf die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen haben wir alle sehnsüchtig gewartet. Für die meisten von uns waren die letzten Wochen eher belastend als entspannend. Was uns vor der Corona-Epidemie als traumhaft erschien, nämlich bequem im Home Office zu arbeiten und viel Zeit mit der Familie zuhause zu verbringen, entpuppte sich für viele als Stresstest. Experten befürchteten einen sprunghaften Anstieg häuslicher Gewalt.

Ursächlich für das hohe Konfliktpotenzial in vielen Familien waren und sind natürlich primär Ängste, die durch das Corona-Virus entstehen. Neben der Angst zu erkranken oder andere Menschen anzustecken, stehen häufig auch existenzielle Sorgen und Nöte. Für viele von uns war über Wochen nicht abzusehen, wie es in den kommenden Wochen finanziell weitergeht, ist für viele ebenso ungewiss. Die Kurzarbeit brachte viele in Nöte. Auch heute ist die Krise längst nicht überstanden. Epidemiologen gehen davon aus, dass eine zweite Infektionswelle noch nicht gebannt ist. Wichtig ist, dass die Wiederkehr zur Normalität langsam erfolgt. Ein wichtiger Schritt dürfte die Öffnung der Kinderspielplätze und Schulen sein.

Kinder brauchen Spiel und Bewegung. Wie wichtig Bewegungsfreiheit ist, merken auch Erwachsene: nie waren Parks, Wälder und Wanderwege so beliebt. Was vielen dennoch fehlt, ist der soziale Kontakt. Auf Abstand zu anderen Menschen zu bleiben, liegt nicht in unserem Naturell. Wie wichtig Geborgenheit und die Nähe von anderen, und eben auch die körperliche Nähe ist, zeigen zahlreiche Experimente. Ein Klassiker hierunter sind die Harlow-Studien mit kleinen Affen. Affen sind ähnlich wie wir soziale Wesen und uns in vielen Dingen sehr ähnlich. In den 50er Jahren führte der US-Psychologe Harry Harlow Experimente mit Rhesusaffenbabys durch, um deren Bindungsverhalten zu untersuchen. Er trennte die Jungtiere von seiner Mutter und stellte sie vor die Wahl: entweder konnten sich die Kleinen für eine künstliche Ersatzmutter entscheiden, die Milch gab lebenswichtig für die Äffchen oder eine, die zwar plüschiges warmes Fell hatte, aber keine Milch.

Es zeigte sich, dass sich die kleinen Affen verängstigt an die Plüschmutter klammerten. Es handelte sich dabei um eine Art Drahtgestell mit einem runden Gesicht“ und einer Ummantelung aus kuscheligem Stoff. Die Alternativmütter, nur bloße Drahtgestelle mit einer Vorrichtung, aus der Milch kam, suchten die Tiere nur ganz kurz auf, um zu trinken. Danach klammerten sie sich wieder an den Plüsch-Ersatz. Die Experimente zeigen, wie wichtig sozialer Kontakt ist. Im Zweifel ist das Gefühl von Wärme und Geborgenheit wichtig, sogar wichtiger als Grundbedürfnisse wie Nahrung. Digitale Nähe kann körperliche Nähe nicht ersetzen gerade nicht in Corona-Zeiten. Denn wie die kleinen Affen in dem Versuch von Harlow, brauchen wir Berührung, Geborgenheit, das Gefühl, bei anderen Menschen aufgebohen zu sein. Das funktioniert nur über körperliche Nähe. Bei Menschenkindern zeigt sich ein ähnliches Entwicklungsmuster wie bei Rhesusaffen, die keinen körperlichen Kontakt zu anderen haben: sie verkümmern emotional, werden aggressiv, verrohen und sind häufig depressiv.

Das Chatten am PC oder Videos per Zoom oder Skype können die körperliche Nähe nicht ersetzen. Wir sehnen uns danach, unsere Liebsten wieder in den Arm nehmen, mit Freunden ein Bier trinken oder zum Sport gehen zu können.

Wir sind soziale Wesen und brauchen den Austausch mit anderen. Wie stark wir auf andere Menschen fixiert sind, zeigt sich in dem Umstand, dass wir so genannte Spiegelneurone besitzen. Wir fühlen mit anderen Menschen mit. Dass wir ein Selbstkonzept haben, ist hierfür die grundlegende Voraussetzung: Wir können über uns selbst nachdenken und empfinden uns als eigenständige Persönlichkeiten. Man könnte auch sagen, wir haben ein Selbstbewusstsein“, also ein Bewusstsein unserer Selbst. Das Gefühl, eine eigenständige Person zu sein, also das Selbstkonzept, entwickelt sich bei Kindern im Alter von etwa zwei Jahren. Ab diesem Alter erkennen sie sich deswegen auch selbst im Spiegel. Das Wahrnehmen unserer Selbst ermöglicht uns dann auch die Vorstellung darüber, dass es anderen Menschen ähnlich geht wie uns, sie die Welt ähnlich erleben wir wie, sie ähnlich denken und fühlen. Verstärkt wird dieser Mechanismus durch unsere Spiegelneurone oder eigentlich treffender Spiegelnetzwerk“.

Die Entdeckung der Spiegelneurone“ war ein Zufall:Ursprünglich wollten Wissenschaftler die Aktivität im Areal F5 des prämotorischen Cortex bei Makakenaffen messen, um zu belegen, dass in dieser Hirnregion Handlungen geplant und angestoßen werden. Zufällig stellte sich heraus, dass F5 auch bei beobachteten Handlungen aktiviert wird. Es zeigte sich neuronale Aktivität, als einer der Versuchsaffen, den menschlichen Versuchsleiter dabei beobachtete, wie er nach einer Rosine griff. Heutzutage weiß man, dass unsere Spiegelneurone unsere Wahrnehmung prägen. Beobachten wir andere Menschen bei komplexeren Handlungen oder bei emotionalen Regungen, Feuern die Nervenzellen in unserem Gehirn ganz so, als würden die Handlungen selbst ausführen oder die emotionale Regung selbst haben. Wir fühlen im wahrsten Sinne des Wortes mit.

Der Umstand, dass wir über Spiegelneurone verfügen zeigt, wie stark unsere Wahrnehmung auf andere Menschen ausgerichtet ist. Es hat sich als evolutionärer Vorteil erwiesen, sich in andere hineinzuversetzen und Empathie zu haben.

Ohne soziale Kontakte fehlt uns etwas. Wie gut wir in Zeiten von Corona mit den Kontakteinschränkungen klarkommen, ist aber auch eine Frage unseres Temperaments. Denn Alleinsein ist nicht gleichbedeutend mit Einsamkeit. Menschen unterscheiden sich generell darin, inwieweit sie eine Vorliebe dafür haben, Zeit alleine zu verbringen ohne sich einsam zu fühlen. Während der eine zwei Wochen Wandern alleine durch Finnland als entspannend erlebt, braucht der Andere die Gesellschaft anderer rund um die Uhr. Psychologen sprechen in diesen Zusammenhang von Extraversion“.

Extravertierte Menschen genießen es, unter Leuten zu sein. Sie sind gerne auf Partys, in größeren Gesellschaften und fühlen sich alleine eher unwohl. Sie ziehen Energie und Freude aus dem Kontakt mit anderen. Ihnen fallen die Kontaktbeschränkungen in den Corona-Zeiten besonders schwer. Introvertierte Menschen, die Zeit gerne alleine verbringen und es schneller als anstrengend erleben, ständig unter anderen zu sein, kommen in der Regel besser klar ohne viele soziale Kontakte. Ob man introvertiert oder eher extravertiert ist, ist eine Frage der Persönlichkeit und lässt sich nicht verändern oder umtrainieren“.

Fest steht, egal, ob extravertiert oder introvertiert. Wir Menschen sind soziale Wesen. Und bestimmt wird es einen Ansturm geben, sobald die Cafés, Restaurants, Bars und Campingplätze wieder öffnen. Für soziale Isolation sind wir nicht gemacht, besonders dann, wenn die Einsamkeit nicht selbst aufgesucht, sondern durch ein Virus auferlegt ist. Unsere Gesundheit ist ein wichtiges gut, unsere Freiheit aber auch.


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