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Vorurteile – wie uns Einstellungen und Stereotype im Alltag lenken

Meistens reicht uns im Alltag ein kurzer Blick, um unser Gegenüber einzuschätzen: Freund oder Feind, sympathisch oder unsympathisch? Der berühmte erste Eindruck wird sehr schnell gebildet, weil es im sozialen Kontext von Vorteil ist. Wir können uns als soziale Wesen gut an anderen Personen orientieren, ihre Gestik und besonders auch Mimik, deuten und uns somit ein Bild von dem anderen machen. Dass wir das binnen weniger Sekunden schaffen liegt daran, dass unser Gehirn Informationen netzwerkartig abspeichert, und wir in Schemata denken.

Ein Schema ist die Vorstellung von einem Objekt, zum Beispiel einer Tasse. Wir können uns problemlos eine Tasse vorstellen und erkennen ein Objekt auch sofort als Tasse, wenn wir es das erste Mal sehen, wenn es grundlegend unserem Vorstellungsbild der prototypischen Tasse entspricht. Ein solches Schema ist typischerweise netzwerkartig mit anderen semantisch passenden Begriffen assoziiert. Deswegen denken wir, wenn wir die Tasse sehen, vielleicht auch direkt an Dinge wie Kaffee oder Kuchen oder daran, dass wir die Spülmaschine noch ausräumen müssen.

Genauso wie für Objekte verfügen wir auch über Personen-Schemata: wir haben eine Idee, wie ein Professor oder ein Skinhead aussieht und sich typischerweise verhält. Begegnen wir neuen Personen, tendieren wir dazu, sie in unsere bestehenden Kategorienbegriffe einzuordnen. Wir haben quasi mentale Schubladen für bestimmte Personengruppen. Diese Zuordnungen bezeichnet man als einen „Stereotyp“.

Unter „Stereotyp“ versteht man also genauer gesagt eine kognitive Struktur, die unser Wissen, unsere Überzeugungen und Erwartungen über soziale Gruppen enthält, wobei nahezu allen Mitgliedern identische Merkmale zugeordnet werden. Wenn wir glauben, Skinheads seien „alle“ dumm und feindselig, dann attribuieren wir diese Eigenschaften auf jede Person, die für uns in diese Gruppe passt, egal, ob es auf sie tatsächlich zutrifft oder nicht.

Das bedeutet, wenn wir jemanden einer Gruppe zugeordnet haben, belegen wir diese Person auch automatisch mit den entsprechenden Verhaltensweisen und interpretieren ihr Verhalten in diesem Licht. Das geht soweit, dass wir dasselbe Verhalten einer Person komplett unterschiedlich bewerten, je nachdem, welcher Stereotyp aktuell aktiviert ist. In einem bekannten Experiment hierzu aus den 80er Jahren, durchgeführt an der Universität Wisconsin, hat man verschiedene Stereotype bei den Versuchspersonen aktiviert, indem sie vor der eigentlichen Befragung entweder Begriffe wie „black“ oder „Harlem“ lesen hat lassen oder nicht. Die Personen, die mit zahlreichen Wörtern konfrontiert worden waren, die mit Schwarzen in den USA assoziiert sind, hatten ein entsprechendes Stereotyp aktiviert. Zu diesem gehört auch, dass viele US-Amerikaner Schwarze eher für aggressiv halten. Anschließend lasen alle Probanden eine neutrale Personenbeschreibung über eine Person namens „Donald“. Die Probanden mit dem aktivierten Stereotyp bezeichneten ihn anschließend als deutlich feindseliger und aggressiver als die anderen Versuchspersonen. Offenbar hatte der unbewusste Gedanke an Schwarze, also das aktivierte Stereotyp, ihre Einschätzung beeinflusst.

Leider sind Personenstereotype oft mit Vorurteilen verbunden. Als „Vorurteile „ definiert man in der Sozialpsychologie eine feindselige oder negative Einstellung gegen eine Gruppe von Menschen, die sich nur auf deren Gruppenzugehörigkeit stützt. Gängige Vorurteile sind hartnäckig, hierzu zählt zum Beispiel das Klischee vom geldgierigen Juden oder das des aggressiven Afroamerikaners.

Und Studien zeigen, dass Vorurteile uns im Alltag stärker beeinflussen, als es uns lieb ist. Psychologische Experimente belegen ,dass alleine das Wissen um ein bestimmtes Stereotyp uns dazu neigen lässt, Personen, für die dieses Stereotyp zutrifft, entsprechend einzustufen, selbst wenn wir den stereotypen aussagen selbst gar nicht zustimmen. Beispielsweise zeigte sich in Experimenten wiederholt, dass auch Menschen, die sich selbst als tolerant einstufen, dazu neigen, bestimmte Gruppen zu diskriminieren, beispielsweise Schwarze, Homosexuelle oder Übergewichtige. Ein Test, mit dem man derartige latente Vorurteile aufdecken kann, ist der Implizite Assoziationstest (IAT). Wenn Sie mögen, können Sie diesen kostenfrei im Internet ausprobieren und so feststellen, ob vielleicht auch Sie tief im Innern Vorbehalte gegenüber bestimmten Personengruppen haben. Sie finden die entsprechende Testseite sofort, wenn sie „Impliziter Assoziationstest“ in die Suchmaske eingeben.

Die Idee des Impliziten Assoziationstests, der als kostenfreie Online-Version von einem Forscherteam der Humboldt-Universität in Berlin angeboten wird, ist, dass wir im Alltag von Stereotypen gelenkt werden, ohne dass es uns bewusst ist. Dementsprechend erfragt der Test nicht wie übliche Verfahren die Einstellung zu bestimmten Personengruppen, sondern arbeitet mit Reaktionszeiten. Der Vorteil dieses Ansatzes ist es, dass man beim IAT nicht sozial erwünscht antworten kann, also ein willentliches Verfälschen der Testergebnisse nicht ohne Weiteres möglich ist. Bei Befragungen zur Meinung von Personen besteht hingegen oft das Problem, dass diese ihre wahre Meinung nicht preisgeben, wenn diese nicht gesellschaftlich akzeptabel ist. Wer würde schon zugeben, etwas gegen Schwule oder Transgender zu haben?

Der IAT wird am Computer bearbeitet und basiert auf der Annahme, dass es uns leichter fällt, auf mit einem stereotyp assoziierte Aspekte zu reagieren, als auf Inhalte, die in unserer affektiven Einstellung gegen den Stereotyp sprechen. Dementsprechend fällt es uns leichter, eine ältere Dame als liebenswert einzuordnen als einen Skinhead. Vereinfacht gesagt soll man beim IAT bestimmten Kombinationen zustimmen und andere per Tastendruck ablehnen. Dabei soll man schnell reagieren, quasi aus dem Affekt und nicht bewusst nachdenken.

Selbst bei Personen, die sich keiner negativen Einstellung gegenüber bestimmten Gruppen bewusst sind, zeigen sich häufig systematische Latenzzeiten beim Antwortverhalten, die auf eine aktiviertes Vorurteil beziehungsweise einen Stereotyp schließen lassen.

Demnach ist es immens wichtig, sich und sein eigenes Verhalten immer zu hinterfragen: Bin ich wirklich objektiv und fair anderen gegenüber? Behandele ich den gepflegten älteren Herrn im Anzug wirklich genauso, wenn er mich auf der Straße anspricht, wie den Obdachlosen?

Stereotype führen schnell zu einer vorschnellen Beurteilung und damit Diskriminierung von Menschen. Diskriminierung als Verhaltenskomponente bedeutet, dass ich mich gegenüber Mitgliedern einer Gruppe feindselig oder ablehnend verhalte, allein weil die Person dieser Gruppe angehört.

Was bei den Personen geschieht, die diskriminiert werden, ist tragisch. Denn es kann zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen kommen, man spricht vom „Stereotype Threat“, der Bedrohung durch den Stereotyp. In dem klassischen Experiment hierzu bat man Sonderschüler, einen Intelligenztest zu machen. Einem Teil der Schüler sagte man vorher, dass sie wohl ohnehin nicht gut abschneiden würden, da sie ja eben Sonderschüler seien. Die anderen wurden nicht derartig herabgewürdigt. Tatsächlich zeigte sich ,dass die Schüler, die vorher mit Diskriminierung konfrontiert worden waren, schlechter abschnitten. Der psychische Stress und Druck hatte zu einer Self-Fulfilling-Prophecy geführt. Ähnlich dürfte es sein, wenn man Frauen beim Einparken beobachtet oder Studentinnen in MINT-Fächern damit konfrontiert, Frauen seien per se schlechter in Mathe.

 


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